Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Monogamie, Polyamorie, offene Beziehungen, Affären, Tantra und Co.

0

Zuletzt aktualisiert am 25. Oktober 2019

Heute beschreibe ich in Kürze die verschiedenen Beziehungsformen und Möglichkeiten die meiner Meinung nach noch immer etwas Geheimnisvolles und Verbotenes in sich tragen, vor allem in den ländlichen und sehr religiösen Regionen. Vielleicht kann ich ein bisschen zur Aufklärung beitragen um den Druck zu mindern, den du vielleicht spürst, wenn du, so wie ich auch, einfach nicht in das „normale“ Schema zu passen scheinst. Ich schreibe bewusst scheinst, denn es gibt ganz viele von mir und dir. Inzwischen gibt es schon viel mehr Leute, die darüber sprechen und das auch ausleben. Also sei dir gesagt, du bist nicht alleine und auch nicht „unnormal“.

Die Verliebtheitsphase:

Vor allem am Anfang einer Beziehung, in der Verliebtheitsphase, wenn wir die Rosarotebrille noch aufhaben, ist alles neu, aufregend, prickelnd, erregend und wir sehnen uns nach Nähe von diesem Menschen. Unsere Gedanken und Vorstellungen kreisen ununterbrochen um diese Person. Es gibt keinen Alltag, kaum Konflikte, alles was uns stört nehmen wir noch nicht wahr. Das Ganze ist auf unsere Hormone zurückzuführen. Es ist einfach nur ein tolles Gefühl. Wie schön wäre es doch, wenn es für immer so bleiben würde….. J

Unsere Monogamie:

Bei uns in Europa wird die Monogamie, also mit einem Partner zusammen sein, hauptsächlich gelebt. Sie  ist auch staatlich anerkannt. Vielleicht bist du damit glücklich, dann ist alles wunderbar und es gibt keinen weiteren Handlungsbedarf. Durch die ganzen Besitzansprüche wurde irgendwann beschlossen, dass wir heiraten und monogam leben sollen und wir glücklich sind bis das der Tod uns scheidet. So stellen wir uns das vor und sind dann enttäuscht, wenn wir eben nicht so glücklich sind. Wir gehen Beziehungen ein, damit unser Partner unsere eigenen Defizite ausgleicht und wundern uns dann, dass nach der „rosaroten-Brillen“ Zeit unsere Defizite immer noch da sind, weil uns der andere doch nicht vervollständigen kann. Verurteilen uns selbst, wenn wir jemand anderen attraktiv finden und erlauben uns nicht einmal den Gedanken daran, jemand anderen mehr als sympathisch zu finden. Wir sind vielleicht eifersüchtig, weil wir eine Art Besitzanspruchsdenken haben, das ist mein Partner, der gehört mir. Gemischt mit Verlustangst, wenn mein Partner jemand anderen attraktiv findet? (er/sie liebt mich nicht mehr. (wirklich?)) (oder bin ich nicht hübsch genug? Reiche ich ihm nicht? Besitzt du Deinen Partner, also gehört der Mensch dir?

Dann wären da noch die heimlichen Affären:

Oder wir betrügen unsere Partner, weil wir den urmenschlichen Drang nach Freiheit und Selbstbestimmtheit haben. Wir möchten uns nicht entscheiden, ob wir eine schöne, innige Beziehung haben und auf das Kribbeln und Prickeln der Verliebtheit verzichten müssen. Vielleicht kannst du deinem Partner aber auch nicht alles geben, was er braucht oder umgekehrt? (Was tatsächlich normal ist!!!!!! Denn wir sind alle eigenständige Wesen mit unterschiedlichen Bedürfnissen!!!!!)  Vielleicht denkst du auch, dass das Gras auf der anderen Seite grüner ist und stellst dir vor, dass der andere, neue Partner viel toller ist (erinnere dich zurück an den Anfang deiner Beziehung, war es da nicht auch so?)  Denn eine Affäre ist ja auch kein Alltag, sie wird erst dann zum Alltag, wenn es keine Affäre mehr ist!!!!!

Polyamorie:

Ganz kurz gehalten, es sind Liebesbeziehungen mit mehr als einer Person, mit denen man auch eventuell zusammen lebt. Denn die Liebe wird nicht weniger, nur wenn man mehrere Personen liebt. Ich persönlich kann da nicht mitreden, denn ich habe das noch nicht ausprobiert, ich stelle es mir aber tatsächlich anstrengend vor, dass sich niemand ausgeschlossen vorkommt, da ich oft zu viel Empathie habe und mehr bei dem Anderen als bei mir bin. Aber wie gesagt, reine Vorstellung, keine persönliche Erfahrung. Aber ist bestimmt auch spannend.

Die Offene Beziehung:

Du bist mit jemandem fest und glücklich zusammen, dennoch gebt ihr euch den Freiraum, das prickelnde und aufregende woanders wieder zu erleben.

Es gibt die Möglichkeit für die „don´t ask, don´t tell Version“, also ich frage nicht und du erzählst mir nichts. Aber es ist abgesprochen und für beide Seiten ok, dass man andere Partner hat, man spricht aber nicht oder kaum darüber.

Oder aber, wir erzählen uns alles, reden über unsere Gefühle. Was fehlt dir, was fehlt mir in unserer Beziehung. Wir reden über unsere Ängste, Eifersucht, die Angst sich in eine andere Person zu verlieben, die Angst, den Partner zu verlieren. Wo sind deine Grenzen und wo sind meine. Was möchte ich und was möchtest du. Wie fühle ich mich, wenn du zu deinem Date gehst? Ist das ok für mich? Es werden die Grenzen neu abgesteckt. Gestern war es noch in Ordnung für mich, eine Stunde vor dem Date fühle ich mich nicht gut, wenn du gehst. Vielleicht bitte ich meinen Partner nicht zu gehen?

Und wir sprechen im Nachhinein über das Date. Wie war es? War es aufregend? Es gilt eine gesunde Balance zu finden, was möchte mir mein Partner erzählen und Preis geben? Was möchte ich wissen? Oder wie fühle ich mich, wenn ich einen anderen Mann attraktiv finde? Vielleicht habe ich mir selbst einen Gedanken Stopp erteilt, inwieweit ich mich zu jemandem hingezogen fühlen darf? Wie gehe ich damit um? Hier meine Buchempfehlung, wenn ihr euch mit dem Thema mehr auseinandersetzen möchtet.

Tantra:

Hast du dich schon einmal wirklich mit Tantra auseinandergesetzt? Oder hast du das Klischee im Kopf, das ich anfangs auch hatte? Komische sexuelle Verrenkungen? Ich glaube viele haben Kamasutra im Kopf wenn man Tantra sagt. Hierzu möchte ich euch dieses Buch ans Herz legen.

Ich habe bereits an Tantra Workshops teilgenommen. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ich viel über mich und die Thematik gelernt habe. Wir waren zu 90% komplett bekleidet. Wir haben Einzelübungen gemacht, mit dem Rhythmus der Musik getanzt mit geschlossenen Augen, extrem langsames gehen mit verbundenen Augen, Partner- und Gruppenübungen mit Berührungen an Kopf, Armen etc.. Haben uns einfach nur umarmt. Haben gelernt, unsere eigenen Bedürfnisse konkret zu formulieren (was für mich das schwierigste war) oder aber auch die Wünsche des Anderen abzulehnen und nach Alternativen zu fragen, was sich für mich ebenfalls gut anfühlen könnte. Man muss nichts machen. Man kann sich aber ausprobieren. Was fühlt sich gut an. Wann spüre ich den Druck aufkommen, wenn ich denke die Erwartungen anderer erfüllen zu müssen, damit ich denjenigen – für mich gedacht – nicht verletzte. Stelle ich den anderen über meine eigenen Bedürfnisse? Erfülle ich lieber die Erwartungen des anderen, um ihn nicht zurückzuweisen und sage zu mir selbst, „es fällt mir ja kein Zacken aus der Krone“ (obwohl ich ein dezentes Nein in meinem Inneren vernommen habe und ich es eigentlich lieber nicht machen möchte?) Es ist eine geschützte Lernzone, ein wertschätzendes Nein zu formulieren, eventuell eine Alternative anzubieten und die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und auch zu äußern. Für mich eine sehr, sehr große, aber durchaus trainierbare Herausforderung, die mich nicht nur in sexueller Hinsicht, sondern tatsächlich mehr im Alltag, also bei normalen zwischenmenschlichen Kontakten trainieren, aufblühen und zu mir selbst stehen lässt.

Viele Tantra Workshops sind nicht nur für Paare geeignet, bezgl. Sexualität, sondern können durchaus auch mit eine Freundin oder alleine besucht werden um wertschätzende Neins und Bedürfnisse im alltäglichen Leben äußern zu lernen. Eine wahre Bereicherung und mehr Freiheit für mein Leben.

Swingerclub:

Wir haben auch Swingerclub Erfahrung. Meinem Mann gefällt das besser als mir. Manchmal gehe ich mit (ausschließlich Paarepartys, denn offene Partys sind für meinen Geschmack zu viele Männer J, da bin ich zu viel mit einem „Nein“ beschäftigt), manchmal lasse ich meinen Mann aber auch mit einem Date losziehen. Mir persönlich fällt es eher schwer bei mir zu bleiben, wenn ich viele Menschen um mich herum habe. Es wird auch als „Sozialkater“ oder  für introvertierte Menschen „Hangover“ genannt. Dann ist Menschenpause, alleine sein und Batterien aufladen danach angesagt. Ich bin froh, dass ich es ausprobiert habe. Ca. einmal im Jahr gehe ich auf eine größere Paareparty. Für mehr bin ich aber nicht zu haben. Hierzu kann ich dir das Buch von Lotta Frei ans Herz legen.

Die Sexualtherapie und der Slow Sex:

Ebenfalls eine gute Möglichkeit um aus dem Alltagssexleben einer Langzeitbeziehung auszusteigen und wieder mehr in die eigene Lebendigkeit zu kommen und die Beziehung dadurch zu bereichern. Ich bin ein absoluter Fan von Slow Sex. Hierbei geht es ebenfalls ums spüren. Es geht nicht mehr nur um den Höhepunkt und das Ziel. Es geht um den Weg, dass man sich Zeit Intimitäten nimmt. Das man sich einfach mal so, absichtslos einen innigen Kuss gibt, ohne das etwas folgen muss. Das man den anderen wieder neu entdeckt, neugierig ist und den Körper des Partners wieder erkundet. Aber auch den eigenen Körper besser verstehen lernt. Was mag ich eigentlich. Raus aus der Routine und rein ins experimentieren und vor allen Dingen gemeinsam darüber lachen können, wenn es mal anders läuft, als man sich das im Kopf so vorgestellt hat.

Ebenfalls eine gute Möglichkeit um aus dem Alltagssexleben einer Langzeitbeziehung auszusteigen und wieder mehr in die eigene Lebendigkeit zu kommen und die Beziehung dadurch zu bereichern. Ich bin ein absoluter Fan von Slow Sex. Hierbei geht es ebenfalls ums spüren. Es geht nicht mehr nur um den Höhepunkt und das Ziel. Es geht um den Weg, dass man sich Zeit Intimitäten nimmt. Das man sich einfach mal so, absichtslos einen innigen Kuss gibt, ohne das etwas folgen muss. Das man den anderen wieder neu entdeckt, neugierig ist und den Körper des Partners wieder erkundet. Aber auch den eigenen Körper besser verstehen lernt. Was mag ich eigentlich. Raus aus der Routine und rein ins experimentieren und vor allen Dingen gemeinsam darüber lachen können, wenn es mal anders läuft, als man sich das im Kopf so vorgestellt hat. Hier meine Buchempfehlung für die erfüllte Liebe zu Zweit.

Die Selbstbefriedigung:

Es gibt Firmen und Krankenkassen die zur Masturbation aufrufen, weil es gesund ist. Klingt erst mal lächerlich und seltsam. Tatsache ist aber, ich komme mit mir selber in Kontakt, merke was sich gut anfühlt und was ich wirklich gerne mag und kann dies dann auch innerhalb einer Beziehung entsprechend sagen. Und nicht immer nur, was ich nicht mag (und den Partner dann herausfinden zu lassen, was mir gut tut, denn irgendwie ist das unfair, woher soll er das wissen, wenn ich es nicht mal weiß?!) Es ist weder verrucht noch ist man vom Partner zu wenig befriedigt, wenn man sich gerne selbst etwas Gutes Tut. Denn ganz ehrlich, manchmal habe ich definitiv keine Lust auf Kuscheln oder Sex, würde aber gerne Zeit mit Zärtlichkeiten verbringen. Und wer kann dieses Bedürfnis am besten befriedigen, wenn nicht ich selbst?

Gestern ist nicht heute und heute ist nicht morgen.

Eines sei noch dazu gesagt zu allen heutigen Themen. Jeder Tag ist anders, genauso wie jeder Lebensabschnitt anders ist und wir uns verändern. Was ich gestern gut fand, kann ich heute vielleicht nicht leiden. Und was ich jetzt gut finde, mag ich vielleicht in 5 Jahren nicht mehr. Unser Körper, unsere Seele und unsere Lebensumstände sind im konstanten Wandel. Deshalb ist das nicht ein einmaliges Experiment und dann ist das für immer erledigt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Mal beschäftigt man sich mehr und mal weniger damit, mal extrem viel und dann wochenlang wieder überhaupt nicht und das ist vollkommen OK.

Fazit:

Dein Partner ist nicht dafür verantwortlich, dass du glücklich bist und er ist auch nicht dafür zuständig. Genauso wenig bist du dafür da, deinen Partner glücklich zu machen.  Jeder hat die Verantwortung für sich selbst. Ich bin dazu verpflichtet,  meine Wünsche und Bedürfnisse zu äußern, denn mein Partner kann es ja schließlich nicht erahnen. Es bedeutet aber noch lange nicht, dass ich alle Bedürfnisse und Wünsche von ihm erfüllt bekomme. Nein, es ist nahezu sogar unmöglich. Genauso ist es aber auch anders herum. Ermutige deinen Partner, seine Wünsche zu sagen, denn es bedeutet nicht, dass du diese alle erfüllen musst.

Mein Partner kann nicht meine Defizite ausgleichen und mich glücklich machen, wenn ich meine Defizite nicht selbst ausgleiche und einfach glücklich bin. Er kann nur bereichern. Er ist nicht dafür verantwortlich, mich glücklich zu machen. Er kann sich auf den Kopf stellen und mit den Zehen wackeln, mir jeden Wunsch von den Augen ablesen und trotzdem werde ich nicht glücklich sein, wenn ich es nicht von innen bin. Ich bin dazu verpflichtet, meine Bedürfnisse und Wünsche zu äußern. Mein Partner kann sich dazu entschließen, auf meine Bedürfnisse einzugehen, oder aber auch nicht. Wir denken oft, der andere müsste doch inzwischen merken und wissen was ich will.  Meiner Meinung nach einer der fatalsten Beziehungsprobleme einer Langzeitbeziehung. Wirkliche Kommunikation und das Eintreten in die Lernzone ist die Lösung. Gehe nicht einfach von etwas aus. Frage nach, wie etwas gemeint ist. Spreche die Dinge an. Traue dich, wertschätzend auch zurückzuweisen, einfach weil du es jetzt in diesem Moment so nicht möchtest. Vielleicht gibt es eine Alternative für dich, vielleicht aber auch nicht und es ist ok. Akzeptiere ebenfalls eine Zurückweisung, gehe nicht davon aus das es an dir persönlich liegt. Die andere Person möchte es nun einfach nicht. Nicht mehr und nicht weniger. Handel mit Respekt aber stehe zu dir selbst und deinem Nein oder deinen Bedürfnissen.

PS:

Mein geliebter Mann kann mir die erste Zeit unseres Verliebt seins, das prickeln bei unserem ersten Kuss nicht mehr geben. Es ist schlicht und ergreifend gar nicht möglich. Unsere Hormone spielen nicht mehr verrückt, wenn wir uns sehen. Genauso wenig, wie ich ihm das heute noch geben kann. Es liegt nicht an ihm. Es liegt nicht an mir. Wir lieben uns und wir sind inzwischen wieder ein tolles Paar mit allen Höhen und Tiefen. Wir haben uns beide persönlich weiterentwickelt und vor einiger Zeit ein Experiment gestartet.

Wir arbeiten an unserer offenen Beziehung mit sehr viel Kommunikation, Neugierde, Respekt und viel Humor.

Wir möchten bald wieder einen Tantra Workshop besuchen, denn jeder Workshop ist ein bisschen anders und ich kann immer etwas für mich und unsere Beziehung mitnehmen.

Viel Spaß beim Experimentieren und Lesen

Servus und Namasté

Deine Monika

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.